War einer der Partner vor Eingehung der nichtehelichen Lebensgemeinschaft bereits verheiratet und/oder hat Kinder, gilt es im Rahmen des Unterhaltsrechts einige Besonderheiten zu beachten.

1. Der Unterhaltsverpflichtete:

Ist ein Partner gegenüber Kindern oder einem geschiedenen oder getrennt lebenden Ehegatten zum Unterhalt verpflichtet, kann ihm bei Zusammenleben mit einem neuen Partner ein fiktives Einkommen für die Führung des Haushalts für den neuen Partner von 200,00 bis 500,00 € angerechnet werden, sofern er nicht erwerbstätig ist.

War er vor dem Zusammenleben erwerbstätig und gibt seine Erwerbstätigkeit wegen der Betreuung von Kindern aus der neuen Partnerschaft auf oder schränkt sie ein, gilt nach der sog. „Hausmann-Rechtsprechung" des BGH folgendes: Die Unterhaltsberechtigten brauchen einen solchen Rollentausch grds. dann nicht hinzunehmen, wenn das Interesse der neuen Familie nicht deutlich überwiegt. Es reicht dafür nicht aus, dass der neue Partner nur unwesentlich mehr verdient. Verdient der neue Partner deutlich mehr, ist dem Unterhaltsverpflichteten ein sog. „Taschengeldanspruch" zuzurechnen, aus dem er die Unterhaltspflichten bedienen kann.

2. Der Unterhaltsberechtigte:

Zieht der getrennt lebende oder geschiedene Ehegatte, der einen Unterhaltsanspruch hat, mit einem neuen Partner zusammen, kann sich sein Unterhaltsbedarf durch ersparte Miet- und sonstige Kosten der Unterhaltsbedarf um maximal 100,00 € verringern. Nach maximal 3 Jahren entfällt der Unterhaltsanspruch gegen den geschiedenen EheG wegen der nun „verfestigten" neuen Partnerschaft. Ist der Unterhaltsberechtigte nicht erwerbstätig, kann auch ihm ein fiktives Einkommen für die Führung des Haushalts für den neuen Partner von 200,00 bis 500,00 € angerechnet werden